Welt der Maya

Wer sind die Maya?

Vor beinahe 20’000 Jahren wanderten asiatische Völker über die damals dank der erst vergangenen Eiszeit über die Beringstrasse auf den amerikanischen Kontinent. Es dauerte aber bis etwas 3000 v.Chr., bis die Olmeken (“Kautschuk/Gummimenschen”) dank der Kultivierung von Mais die erste sesshafte Zivilisation hervorbrachten. Kalender, Panteon und Landwirtschaft der Olmeken bildeten später die Grundlage aller Mesoamerikanischen Kulturen zwischen dem heutigen Mexico City und Nicaragua. Zwei Leistungen heben die Mayas hervor: Sie haben sich ein Jahrtausend lang and die schwierigen Lebensbedingung im Tropenwald angepasst und die komplexeste Schrift im prekolumbianischen Amerika entwickelt.

Auf Grund Ausgrabungen zur Mitte des 20. Jahrhunderts werden heute drei Epochen unterschieden.

Pre-Klassik, 2500 v.Chr. – 250 n.Chr.

In dieser Zeit enstehen Dörfer, einige werden sogar zu grossen Stadtstaaten, wie El Mirador im nördlichen Peten. Pyramiden, Paläste und Ballspielplätze bildeten das Zentrum, nahe der Residenzen der entstehenden Oberschicht. Eine strikt organisierte Gesellschaft entwickelt nebst dem anderswo bekannten 260-Tage Kalender und dem Sonnenjahr auch eine lange Zählung, bei der analog dem gregorianischem von einem Nullpunkt ausgegangen wird. Die Mathematik bildet ein Teil der gegen Ende dieser Zeit auftauchenden Logo-Silbensprache.Die meisten Stätten dieser Zeit befinden sich an der Pazifikküste.

Klassik, 250 – 900 n.Chr.

Aus dieser Zeit stammen alle grossen und besonders sehenswerten Stätten Guatemalas. Die monumentale Archidektur, die Verfeinerung der Keramikproduktion und die perfektionierung der Sprache bilden den Höhepunkt der Mayakultur. Kriege, Handelsbeziehungen sowie lokale Dynastiegründungen mit strategischen Vermählungen lesen sich spannend wie ein Kriminalroman. Tikal, Ceibal, Yaxha und Quirigua sind die interessantesten Stätten Guatemalas.

Im 8. Jahrhundert nach Christus verliessen ein grosser Teil der Bevölkerung diese einzigartigen Siedlungen und wanderten zurück ins Hochland oder auf die Yukatekische Halbinsel. Weshalb ist bis heute ein Rätsel mit verschiedenen möglichen Lösungen, aber eine sicherer korrekte Antwort gibt es nicht. Gab es eine soziale Revolution, brach das Handelsnetz zusammen, die Landwirtschaft konnte die stetig wachsende Bevölkerung nicht mehr ernähren, war Wassermangel der Grund oder führte eine Veränderung der Kriegstaktik die nun die Mehrheit der Bevölkerung involvierte zum Kollaps?

Post-Klassik, 900 – 1500 n. Chr.

Ein Leben in neuen Bedingungen mit neuen kulturellen Einflüssen führten zu Neugründungen mit Schwerpunkt auf der Yukatekischen Halbinsel. Aber auch im Guatemaltekischen Hochland werden bereits vorhanden Völker von den Migranten aus dem Tiefland beeinflusst, wie uns der Pop Vuh aus dem Quiche-Land erzählt.

Die Stätten aus dieser Zeit wurden natürlichen günstigen Stellen erbaut, von denen aus die Stadt gut verteidigt werden konnte. In Zaculeu, Iximche oder Utatlan kann man sich selbst davon überzeugen.

Kolonialzeit, 1500 – 1821

Die Spanier machten kurzen Prozess mit der Bevölkerung der Region, wurde diese doch im ersten Jahrhundert nach der Ankunft der Weissen um 80 Prozent reduziert! Zwangsarbeit, eingeschleppte Krankheiten und schlicht Massaker mit Landenteignung sind die Gründe. Ein Feudalsystem führte noch zu heute bestehenden Ungerechtheit. Die Mayas bildeten das arbeitende Volk, nur langsam erholten sich die Bevölkerungszahlen. Sämtliche Dokumente, wie wertvolle Bücher (Codices) wurden verbrannt und die Christianisierung verbannte sämtlichen heidnischen Bräuche und Glaubenspfeiler.

Die Maya heute

Über die Hälfte der Guatemaltekischen Bevölkerung gehört einer der 21 bestehenden Maya-Ethnien an. Trotzdem ist ihre Kultur, ihre Weltvorstellung und ihre Religion in Gefahr, denn um sich in der heutigen Gesellschaft behaupten zu können, “ladinisieren” sich viele Mayas, passen sich soweit es geht der Mestizenbevölkerung an.

Noch immer gibt es im Hochland jedoch viele Maya-Priester, die uralte Rythen und Zeremonien beherrschen, einige haben ganz einfach christliche Züge angenommen; Syncretismus. Die Indígenas leiden unter einer Diskriminierung, die durch folgende Daten dokumentiert wird: 16 von 158 Kongressabgeordneten sind Maya, es gibt zur Zeit kein Minister der Maya ist, 80% der Maya-Frauen sind schriftunkundig, 80% der in Armut lebender Bevölkerung sind Maya und nur zwei von fünf Maya-Kinder profitieren von ärztlicher Betreuung vor, während oder nach der Geburt. Die Regierung versucht offiziel die Mayakultur zu fördern, gibt es neu eine Maya-Universität, ein Maya-Fernsehkanal soll in geraumer Zeit auf Sendung gehen und zweisprachige Bildung wird gefördert, doch sind die Welten der Mestizen und der Indígenas so verschieden, dass es noch geraume Zeit dauern wird, bis man von Gleichberechtigung und Chancengleichheit reden.