Die 8 Regionen

Gerne stellen wir Ihnen die 8 verschiedenen Regionen Guatemalas vor:

1.   Guatemala City

Eine Dreimillionen-Aglomeration, in der sich das wirtschaftliche und politische Leben abspielt. Es gibt zwei Guatemalas; die Hauptstadt und die Provinzen. Guatemala ist Ausgangs- und Endpunkt beinahe aller Reisen nach Guatemala.

1976 gegründet als Guatemala la Nueva Asunción zeugen nurmehr einige Bauten des Zentrum von dieser Zeit. Besonders seit beginn des 20. Jahrhunderts wurden neue Gebiete erschlossen, so dass der in den dreissiger Jahren gebaute Flughafen, damals ausserhalb, heute abenteuerlich mitten im Stadtgebiet liegt.  Im Zentrum befindet sich der Nationalpalast, seit bald zehn Jahren öffentlich zugänglich, als ehemaliges Politzentrum des Landes. Daneben sind ein Vielzahl Museen die Hauptattraktivität der Metropole: Popol Vuh (Einmalige Maya Keramik), Ixchel (Maya-Textilien), Mapa en Relief (Überdimensionale Reliefkarte des Landes), Archäologisches Museum (Perfekt als Einführung in die Welt der Mayas) oder der Zoo La Aurora zum relaxen sind nur die bekanntesten Ausstellungsinstitute.

Trotz ihrer eigentlichen Unattraktivität bedingt durch Verkehr und Kriminalität haben die Einwohner der Hauptstadt ihre Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft bewahrt, eine Millionenstadt mit Dorfcharakter, wo man sich schnell zurechtfindet.

2.  Zentrales Hochland

Antigua

Die ehemalige Hauptstadt Zentralamerikas von 1549 bis 1773 hat bis heute dank eines strikten Heimatschutzes ihren kolonialen Charakter behalten. Kolonialgebäude können entweder konsolidiert, rehabilitiert, restauriert oder rekonstruiert werden, in Antigua finden wir alle vier Grade des Denkmalschutzes. Umgeben von drei majestätisch tronenden Vulkanen spazieren Sie durch die Kolonialgeschichte Guatemalas und besuchen Klöster, Kirchen und Konvente vermischt mit einer modernen und touristisch ausgerichteten Infrastruktur.

Antigua ist für viele Reisende ein idealer Ort um seine Zelte für einige Tage oder sogar mehr aufzuschlagen, sei es um eine der über vierzig ansässigen Spanisch-Sprach-Schulen zu besuchen oder Tagesausflüge in die Region zu unternehmen. Dazu gehört die Besteigung des aktiven Vulkanes Pacaya, einen Strandausflug an den Pazifik oder das Kennenlernen der umliegenden Maya-Dörfer.

Atitlansee

Vulkanischen Ursprungs ist der Atitlansee sicher eine der eindrücklichsten Landschaften des Landes. Mit seinen 130 Km2 Fläche und einer Tiefe von über 300 Meter kann der See bei aufkommenden Wind ganz schöne Wellen produzieren, die sich geschmeidig in die wilde, kluftige und pittoreske Seenlandschaft einfügen.

Der Tourismus konzentriert sich in Panajachel, auch Gringotenango genannt, der Ort der Gringos. Glücklicherweise gibt es keine Panoramastrasse um den See, so sind die meisten Dörfer intakt und bilden ein ideales Ziel für Tagesausflüge per Boot, während abends die Ruhe in die schmucken Siedlungen zurückkehrt. Von San Pedro aus besteigt man den gleichnamigen Vulkan, nach San Antonio Palopo ist es ein schöner Fussmarsch und in Santiago Atitlan ist die Dorfgeschichte genauso interessant wie ein Besuch bei San Simon, eine Heiligenfigur mit christlichem und Mayaeinfluss

Chichicastenango

Der wohl bekannteste und einer der farbigsten Indianermärkte, der Donnerstags und Sonntags Händler, Käufer und Touristen aus einem weiten Umkreis anzieht. Bunt vermischen sich die lokalen mit den Textilien der Besucher und Händler, die Zeremonial- mit den Tanzmasken und der Weihrauch mit den Kerzen in der Santo Tomás Kirche, wo christliche und Mayaritualen  zu Einem verschmelzen.

3.  Nördliches Hochland

Zwischen der Hauptstadt und dem Peten liegen die Verpaces, übersetzt der wahre Frieden, benannt nach der friedlichen Eroberung der Gebiete. Sie bilden eine geografische Übergangszone zwischen dem rauen Hochland und dem tropischen Tiefland. Die Heimat des Nationalvogels Quetzal, der auch der Währung den Namen gab, bildet dieses Naturparadies gespickt mit kilometerlangen Höhlensystemen. Cobán bildet der Ausgangspunkt für Expeditionen in den Nebelwald, um dem Quetzal auf die Spur zu kommen. Etwas Geduld ist gefragt…Danach lädt ein kühles Bad in den Kalksteinbassins in Semuc Champey oder die Erforschung von Höhlen. Die Grutas de Candelaria sind das grösste Höhlensystems Zentralamerikas, aber auch die Grutas del Rey Marcos oder Grutas Lanquin sind sehenswert.

In den Verapaces sind viele Traditionen bis heute teil des Alltags, viele Tänze werden zu den Patronatsfesten aufgeführt oder am Rabinal-Ajau-Festival in Cobán anfangs August.

Neuste Attraktion der Region ist Cancuén, eine zur Zeit erforschte Maya-Stätte am Rio de la Pasión.

4.  Westliches Hochland

Quetzaltenango

Über lange Zeit war Xela, wie die Stadt aufgrund ihres Namens in Quiche heisst, die wichtigste Handelsstadt des Landes, bis sie 1902 von einem Vulkanausbruch und folgendem Erbeben arg in Mitleidenschaft gezogen wurde. Heute ist sie nach Antigua zweitbekanntester Ort für Spanischschulen und Ausgangspunkt für Besuche der umliegenden Indianerdörfer. Deren Märkte sind weniger touristisch wie um den Atitlansee, aber gerade deswegen sehenswert. Almolonga, Zunil und San Francisco laden zu einem Besuch ein. Auch lassen sich von hier aus Vulkane wie der Santa Maria oder der höchste Berg Zentralamerikas, Tajamulco (4227 M.ü.M.) in Angriff nehmen.

Huehuetenango

Weiter Richtung mexikanische Grenze finden wir das Departement Huehuetenango, ein dichtbesiedeltes, bergiges Gebiet mit Siedlungen auf beinahe 4000 M.ü.M.. Laut Spezialisten soll hier die Mayasprache entstanden sein, das sogenannte Proto-Maya. Man schliesst die auf die Vielsprachigkeit der Region zurück, nicht weniger als sieben Mayasprachen umfasst das Departement neben Spanisch. Viele Einheimische sagen “wer das richtige Guatemala kennen lernen will, muss nach Huehue!”. Tatsächlich finden wir hier viele Dörfer, sie touristisch keine Infrastruktur vorweisen können, so dass der schönste Ausflug ein Rundfahrt deren Ziel die Fahrt an für sich ist. Zu empfehlen ist jedoch ein Abstecher nach Todos Santos, ein kleines Bergdorf dass v.a. für seine Webarbeiten und traditionelle Tracht bekannt ist, die weiterhin von Mann wie von Frau stolz getragen wird. Am 1. November findet hier ein aufregendes Pferderennen statt, als Mittelpunkt der mehrtägigen Fest.

5.  Pazifikküste

Wild ist er, der Pazifik, aber trotzdem berechenbar. Zusammen mit dem vulkanischen, schwarzen Sandstrand bildet er das Land der Mangroven und neu auch Surfer. . Den Sonnenaufgang vom Kanu aus inmitten der vogelreichen Mangroven erleben, das relaxende Strandleben zelebrieren um abends die warme Seebrise zu geniessen in der die Pelikane elegant über die Wellen schweben; es ist alles nahe der grossen Metropolen und lädt zu einem Besuch ein.

Monterico

Dieses “Weiler” hat sich mittlerweile zum fünft meist besuchten Ort des Landes gemausert. Eine lokale Hotelvereinigung, die grüne Welle, hat es sich zum Ziel gesetzt aus dem verschlafenen Stranddorf eine Urlaubsinsel zu zaubern die vom Rucksacktouristen bis zum gediegenen Hotel verschiedenster Kundschaft gerecht wird. Nahe der Stadt Retaluhehu sind mit Xetulul (Erlebnispark) und Xocomil (Wasserpark) zwei für die Region einmalige Unterhaltungsszenarien entstanden. Besonders für Familien ist es eine willkommende Abwechslung zur Kultur.

Verschieden Stätten von Takalik Abaj über El Baul bis nach La Democracia bilden die frühesten Stätten des Landes, entstanden in der Vorklassichen Zeit. Besonders die an die Olmeken mahnenden Kopf- und Ganzkörperfiguern sowie bereits behauene und nicht nur bemalene Stelen finden sich an diesen zum Teil in Zuckerplantagen gelegenen Kulturdenkmäler.

6.  Der wilde Osten

Tja, in Guatemala ist nicht der Westen, sondern der Osten wild, zumindest was die Landschaft betrifft stimmt das. Von den Leuten sagt man es, psst!  Nahe des trockenen Motaguatales, in dessen Mitte der Motaguafluss einen Oasenstreifen bildet, steigen felsige Hügellandschaften empor. Für die Mayas war diese Region enorm wichtig, finden wir hier doch den Edelstein Jade. Das Wort Jade stammt vom altspanischen Wort “Hijada”, Nieren. Für die Mayas war Jade nicht nur Königsschmuck und wertvolle Handelsware, sondern hatte auch eine medizinische Wirkung bei Nierenbeschwerden. Der Stein wird noch immer gesucht, danach nach Antigua zur Verarbeitung transportiert und als Schmuck oder in Form von Maya-Objekten verkauft. Guatemala ist übrigens das einzige Land auf der Welt, in dem es schwarze Jade gibt!

Heute pilgern die Guatemalteken eher nach Esquipulas zum schwarzen Christus als dass sie Steine auf die Nieren legen.  Esquipulas ist der meistbesuchte Pilgerort Zentralamerikas, besonders zu den Festtagen Mitte Januar. Der portugiese Quirio Cataño schnitzte Ende des 16. Jahrhunderts die Ikone, deren Kopie in der Kathedrale von Guatemala Stadt über das ganze Jahr beinahe so viele Gläubige anzieht.

Vorbei am leicht zu besteigenden Vulkan Ipala, dessen Kratersee mit einem kühlen Bad lockt, führt die Strasse nach Copán im Nachbarstaat Honduras. Die Stätte, als Weltkulturerbe von der UNESCO bestimmt, bietet die schönsten Stelen der Mayawelt. Als besterforschte Stätte, vier Kilometer künstlich ausgehobene Tunnels unterlaufen die ein Quadratkilometer grosse/kleine Akropolis, bietet sie eine exakte Geschichte wie kaum eine andere Stätte. Wäre Waxaklahun-Ubah-K’awil, zu deutsch ganz einfach König 18-Kaninchen, im Jahre 738 n.Chr. nicht nach Quiriguá aufgebrochen, wer weiss was noch alles aus der Stadt geworden wäre….

7.  Karibik

Im Jahre 1898 wurde in Boston die United Fruit Company gegründet, kurz UFC. In Laufe der folgenden Jahrzehnte wuchs die UFC zur dominierenden Wirtschaftsmacht empor, was Zyniker zum Ausdruck “Bananenrepublik” provoizierte. Noch heute gehört ein Grossteil der Plantagen zu “Del Monte”, nebst “Chiquita” die zweitbekannteste Nachfolgefirma der UFC. Inmitten einer solchen Plantage liegt Quiriguá, eine kleine aber feine Stätte, deren Sandsteinstelen bis zu acht Meter über den Boden ragen.

Die Garifunakultur und die wunderschöne Landschaft des Rio Dulce bilden das touristische Interesse in der tropischen Region. Schon der Basler Apotheker Carl Gustav Bernoulli beschrieb die Ankunft in seiner Wahlheimat Guatemala 1858 über den Rio Dulce Fluss als unvergessliches Erlebnis. Auch die Spanier erkannten zur Kolonialzeit die Wichtigkeit des Wasserstroms und erbauten eine Festung zur Verkehrskontrolle und Piratenschutz. 42km trennen den Izabalsee von Livingston, dem Zentrum der Garifunas. Reggea und Rasta prägen das Dorfbild inmitten bunter Holzhäuser im Karibikstil. Ein Guatemala auf kleinsten nur per Boot besuchbaren Gebiet das sich Keqchi-Maya, Mestizen und Garifunas teile.

8.  Der Petén

Über siebenhundert archäologische Stätten sind schon bestimmt, wie viel noch dazu kommen werden steht nicht in den Sternen, sondern unter Tropenwald begraben. In Tikal, die grösste und bekannteste  Stätte Guatemalas mit einem Zeremonialzentrum von 16km2 und über 3000 Strukturen sind gerade mal fünfzehn Prozent aller Strukturen heute freigelegt, die einem mehrstündigen Spaziergang bestaunt werden.

Neben Tikal gibt es aber eine Vielzahl an nur schwach besuchten Stätten, die per Strasse, Boot, zu Pferde oder zu Fuss erreicht werden. In Aguateca wurden erst gerade Ausgrabungsarbeiten beendet, in Ceibal beeindruckt die detaillierte erzählte Geschichte, in Dos Pilas ist schon alleine der Spaziergang zu Pferde zum Ort ein Erlebnis und in Yaxhá bewundern Sie den weiten Ausblick auf Lagune und Kalkhügel von einer Pyramide aus.

Die Attraktivität der Orte liegt aber nicht nur in der Archäologie, sondern dass sich diese zu einem einmaligen Erlebniss mit der Natur verbindet. Tier- und Pflanzenliebhaber kommen bei jeglichem Ausflug auf Ihre Rechnung. Wer diesem Teil des Angebot mehr Gewicht widmet, wird sich für eine Dschungeltour mit Übernachtung in der Hängematte unter freiem Himmel entscheiden müssen!

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